Esche

(lat. Fraxinus excelsior) 

Als Eschenholz wird das Holz der Gemeinen Esche bezeichnet. Die Esche war früher wegen ihrer Elastizität für den Kutschenbau sehr wichtig. Heute wird sie vor allem für Möbel, Sportgeräte und Werkzeugstiele verwendet. 

LEBENSRAUM / WALD: Das Verbreitungsgebiet der Esche erstreckt sich beinahe über ganz Europa, man findet sie besonders häufig im nördlichen Alpenvorland, in Polen und im Baltikum. In Mitteleuropa zählt sie nach Buche und Eiche zu den wichtigsten heimischen Laubnutzhölzern. Sie besiedelt sowohl feuchte als auch zeitweise trockene Standorte. Man findet Eschen in Auwäldern und an Bach- und Flussläufen aber auch auf eher trockenen Kalkböden. An anderen Standorten kann sie sich nicht gegen die Buche durchsetzen und wird von ihr verdrängt. Sie ist auch ein häufiger Straßen- und Alleebaum 

BAUM: Esche kommt vereinzelt vor, vor allem in Laubmischwäldern. Junge Bäume tolerieren Schatten, im Alter werden sie lichtbedürftiger und setzen sich nur dort gegen die Buche durch, wo die Bedingungen für jene nicht ideal ist. Die Gemeine Esche erreicht eine Höhe von bis zu 40 Metern und einen Stammdurchmesser von zwei Metern. Damit zählt die Gemeine Esche zu den höchsten Laubbäumen Europas. Nach 100 Jahren hat sie eine durchschnittliche Höhe von 30 Metern und einen Brusthöhendurchmesser von 30 bis 40 Zentimetern. Das Höchstalter beträgt etwa 250 bis 300 Jahre. Die Stammachse ist meist gerade und gabelt sich nicht. 

HOLZ: Eschen gehören zu den Bäumen mit fakultativer Farbkernbildung. Splintholz und Kernholz sind hell, weißlich, gelblich oder weißrötlich. Teilweise kann das Kernholz älterer Bäume auch eine dunklere bis schokoladenbraune Farbe annehmen, was unerwünscht ist. Das Holz ist ringporig, die Gefäße des Frühholzes sind deutlich größer und in vom Spätholz abgesetzten mehrreihigen Kreisen angeordnet. Entsprechend deutlich sind die Jahresringe erkennbar. Die Holzstrahlen sind schmal und auf Längsflächen als „Spiegel“ erkennbar. Gehobelte Flächen zeigen einen matten Glanz. 

Das Eschenholz ist mit einer mittleren Rohdichte von 690 kg/m³ ein schweres und auch hartes Holz mit günstigen Festigkeitseigenschaften. Seine Zugfestigkeit und Biegefestigkeit übertrifft die der Eiche. Es ist elastisch, abriebfest und durch die hohe Bruchschlagarbeit zäher als die meisten anderen heimischen Holzarten. Dabei sind die mechanischen Eigenschaften umso günstiger, je breiter die Jahresringe sind. Jahresringe mit einer Breite über 1,5 Millimeter, wie sie bei „Wassereschen“ häufig auftreten, sind ein Zeichen für eine gute Holzqualität. Ein ausgeprägter Farbkern beeinflusst die Holzqualität nicht. Eschenholz kann sowohl händisch als auch maschinell gut bearbeitet werden, gedämpft lässt es sich ähnlich gut wie die Buche biegen. Die Oberflächen sind einfach behandelbar, was besonders für das Beizen gilt. Das Holz ist widerstandsfähig gegen schwache Laugen und Säuren, jedoch nur wenig witterungsbeständig und auch bei Kontakt mit dem Boden wird das Holz rasch geschädigt. Da es sich nur schwer imprägnieren lässt, wird das Holz im Freien selten verwendet. 

VERWENDUNG: Eschenholz wird sowohl als Massivholz als auch in Form von Furnieren häufig eingesetzt, für Küchen-, Wohn- und Schlafzimmermöbel oder in gebogener Form für Sitzmöbel. Des Weiteren wird es für Wand- und Deckenverkleidungen und zur Herstellung von Parkett- und Dielenböden verwendet. Für alle diese Anwendungen wird helles Holz ohne Farbkern bevorzugt. Eschenholz wird besonders dann eingesetzt, wenn hohe Ansprüche an die Festigkeit, Zähigkeit und Elastizität gestellt werden, so zur Herstellung von Stielen für Werkzeuge und Gartengeräte. Auch Sport- und Turngeräte wie Sprossenwände, Schlaghölzer, Bögen oder Schlitten werden aus Eschen-holz gefertigt, besonders verbreitet ist es als Schaftmaterial für Snookerqueues. In der Stellmacherei war das Eschenholz von überragender Bedeutung und galt als am besten geeignet zur Herstellung von Naben, Felgen, Speichen, Deichseln und Leiterwagen. Es hatte auch große Bedeutung im Fahrzeug- und Waggonbau. Die Deutsche Reichsbahn hatte für viele Anwendungen den Einsatz der Esche sogar vorgeschrieben. Sie wurde auch im Maschinenbau zum Beispiel zur Herstellung von Dreschmaschinen oder Webstühlen eingesetzt. Eschenholz findet auch Verwendung im Instrumentenbau; so werden beispielsweise die Korpora von Fender-E-Gitarren aus astlosem Stammholz gebaut.
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