Kernbuche

(lat. Fagus silvatica) 

Mit Kernbuche (oftmals auch Wildbuche genannt) bezeichnet der Tischler das Kernholz der Buche (Fagus sylvatica). Bei diesem Kern handelt es sich jedoch um einen Falschkern, da er fakultativ auftritt. Das als Kernbuche bezeichnete Holz hat eine auffälligere, lebendigere Maserung als übliches Buchenholz. Letzteres zeichnet sich im Gegenteil gerade durch eine sehr gleichmäßige, unauffällige Maserung aus. 

Im Alter zwischen 100 und 140 Jahren beginnen die Zellen im Stamminnern des Baumes zu sterben, das Wasserleitsystem stockt und der Kern wird trocken. Nur die jüngeren Zellen unterhalb der Rinde (Splintholz) werden noch ausreichend versorgt. Im Innern sterben die Zellen ab und die Kernstoffe verfärben sich durch Lufteintritt bis hin zur Rotfärbung. Eventuell tritt auch eine Verformung ein, wobei die Festigkeit aber erhalten bleibt. 

Dieser natürliche Veränderungsprozess bildet eine besondere Zeichnung des Holzes. Die teilweise wild wuchernd anmutende Struktur wirkt auf den Oberflächen von Möbeln dekorativ. 

Da nur sehr alte Buchen und von diesen nur der Kern (ca. 10 – 30 % des Stammes) verwertbar ist, ist das Angebot begrenzt. Zur Zeit ist Kernbuche ein Trendholz, die wachsende Nachfrage macht sich beim Preis bemerkbar. 

Bisher wurde ein Rotkern bei Buchen allerdings immer als Qualitätsnachteil betrachtet. Noch 2001 fiel der Preis in Baden-Württemberg, insbesondere bei starken Buchen, auf weit unter 50 %, wenn an einem der beiden Stammquerschnitte eines gefällten Baumes der Rotkernanteil 30 % überschritt. Für die Möbelproduktion ist es aber hervorragend geeignet, galt nur sehr lange als unschön. Wenige Holzproduzenten wagten und wagen es Buchenholz mit Farbkern zu produzieren aus Angst, für ihre Ware niedrigere Preise zu erzielen. 

HOLZEIGENSCHAFTEN: siehe Rotbuche
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