Kirsche

(lat. Prunus avium) 

Die Vogel- oder Wildkirsche ist die Stammart aller Süßkirschensorten, bei uns natürlicher Bestandteil der Mischwälder. Wird wieder mehr gepflanzt, da das rötlich bis goldbraun nachdunkelnde Holz begehrt ist. Noch heute hat sich der Bestand nicht davon erholt, dass Kirschbaumholz zur Biedermeierzeit im 19. Jahrhundert so beliebt war und bevorzugt eingeschlagen wurde. 
Die Vogel-Kirsche ist eine Pflanzenart der Gattung Prunus aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Das Artepitheton avium leitet sich vom lateinischen Wort avis für Vogel ab und bezieht sich auf die Früchte, die gern von Vögeln gefressen werden. 
Von der Wildform Wilde Vogel-Kirsche abgeleitet. Diese kultivierten Formen sind vor allem durch größere Blätter sowie größere und süßere Früchte ausgezeichnet und werden im Allgemeinen als Süßkirsche bezeichnet. 

LEBENSRAUM / WALD: Die Wilde Vogel-Kirsche wächst in krautreichen Laub- und Nadelmischwäldern. Diese Art kann, aufgrund ihrer starken Eigenverjüngung, dominant regelrechte Vogel-Kirschen-Wälder bilden. Die Vogel-Kirsche ist als wärmeliebendes Halbschattengewächs außerdem an Waldrändern, in Hecken und auf Steinrücken zu finden. Als Kulturpflanze ist sie auch in Gärten sehr beliebt. 

BAUM: Die Vogel-Kirsche ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 15 bis 20, selten bis zu 30 Meter erreicht. Ihre Krone ist breit kegelförmig. Da das Stammholz zu Kernfäule neigt, werden die Bäume etwa im Alter von 70 Jahren geschlagen. Das Höchstalter beträgt etwa 100 Jahre. 

HOLZ: Das Splintholz des Kirschbaums ist gelblich weiß, während das Kernholz eine gelbrötliche bis rotbraune Färbung aufweist, die teilweise von grünen Streifen durchsetzt ist. Splint und Kern setzen sich entsprechend farblich stark voneinander ab. Die Jahresringe sind deutlich erkennbar. Die Jahrringgrenzen werden durch einen deutlichen Ring bildender Poren markiert. Die Farbe kann vor allem durch Lichteinwirkung stark nachdunkeln und einen warmen, hell-goldgelben bis dunkel-rotbraunen Ton annehmen. Kirschbaum wird auch oft gedämpft, wodurch die Farbe noch stärker rot wird. 

Das Holz besitzt eine mittlere Dichte von etwa 600 kg/m³ und stellt damit eine mittelschwere Holzart dar. Es ist mittelhart bis hart mit einer Brinellhärte von 31 N/mm², bei rechtwinkliger Belastung. Die Elastizität ist sehr gut und die Quellung vergleichsweise gering. 
Im Trockenen ist Kirschbaumholz sehr gut haltbar, dies trifft vor allem bei der Verwendung im Innenausbau zu. Es lässt sich sehr gut bearbeiten und aufgrund der homogenen Holzstruktur leicht polieren, wodurch sehr glatte Oberflächen erreicht werden können. 

NUTZUNG: Das Kirschbaumholz stellt sowohl aktuell, wie auch in der Vergangenheit, ein wichtiges Edelholz im Möbelbau sowie bei der Herstellung von Furnieren im Innenausbau dar. Vor allem im Möbelbau des Biedermeiers und des Jugendstils war es wegern seiner warmen Rottöne sehr beliebt. Zudem wird es zur Herstellung verschiedener Kleinmöbel und Accessoires verwendet. 
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